Sexueller Mißbrauch ist eine nicht zufällige, bewußte gewaltsame psychische und physische Schädigung die zu Verletzungen, Entwicklungshemmungen und sogar bis zum Tode führt und die das Wohl und die Rechte des Mädchens/Buben beeinträchtigt. |
Dies ist nur eine von vielen, oft sehr unterschiedlichen Definitionen von sexuellem Mißbrauch. In der Tat ist es sehr schwer sexuellen Mißbrauch abzugrenzen. Ist das Streicheln fremder Kinder schon zuviel? Was ist, wenn ältere Buben im Lager die Mädchen necken und dabei handgreiflich werden? Was darf der Jungscharleiter und was nicht?
Fragen, die nachdenklich stimmen. Machen wir uns zunächst mit einigen Fakten vertraut:
Sexueller Mißbrauch ist nicht etwas, was einmal passiert. |
Sexueller Mißbrauch ist nicht etwas, was einmal passiert. Er ist selten zufällig, meist geplant und bewusst gesetzt. In 80% der Fälle dauert er zwei Jahre und länger.
Dies ist auch einer der Unterschiede zu gewaltvoller, körperlicher Mißhandlung, die meist aus einer Überforderungssituation heraus entsteht. Weiters wird körperliche Mißhandlung heute auch nicht mehr so totgeschwiegen wie das Thema sexuelle Gewalt. Es gibt deutliche Spuren für körperliche Gewalt die es leichter machen dem Opfer zu glauben und auch mehr Beweiskraft haben.
Mißbrauchte Kinder haben meist enge Bindung an den Täter. Einmal, weil es eine primär vertraute Person ist, dann aber auch weil die Schamgrenze mit der Zeit steigt. Das bedeutet das Kind fühlt sich je länger die Mißhandlung dauert, desto mitschuldiger. In Verbindung dazu können auch Androhungen und Einschüchterungen des Täters vorkommen:
"Wenn du das der Mami sagst, wird sie krank" ...
Dazu kommt noch die Gewißheit allein zu sein:
"Das passiert nur mir".
Daraus wird verständlich, wie schwer es für ein Kind ist, über den Mißbrauch zu sprechen.
Es gibt keine typischen Merkmale oder klassischen Symptome. Dennoch können verschiedene Verhaltensweisen und besonders Verhaltensänderungen darauf hinweisen. Wichtig dabei ist zu bedenken dass die im folgenden genannten Merkmale ein Hinweis sein können, aber nicht müssen.
Nochmals zu betonen ist dass es sehr oft von den eigenen Normen und Gewohnheiten abhängt, was man als Hinweis auf sexuellen Mißbrauch deutet und was nicht. Daher ist es wichtig sich selbst zu hinterfragen, genauer zu beobachten und sich auch mit andern abzusprechen.
Dem Kind glauben! Es ist primär wichtig dass das Kind vertrauen kann. Dazu gehört auch ehrlich zu sein mit dem Kind, es soll erfahren dass mich das betroffen macht.
Die Chance der JungscharDem einzelnen Jungscharleiter sind natürlich Grenzen gesetzt. Die Chance der Jungschar liegt darüberhinaus aber besonders in der Prävention.
Zusammenfassung von Verena Bertignoll, weitere Informationen und Adressen von Anlaufstellen findet ihr im Jungscharbüro
|
Katholische Jungschar Südtirol - Ortsgruppe Meran/Untermais