Material: Plakat und Stifte
Das Wort "Kinderrechte" hat für viele Kinder keine oder nur eine sehr eingeschränkte Bedeutung. Was bedeutet das Wort "Recht" und was hat es überhaupt mit uns Kindern zu tun? Was sind unsere Rechte und was besagen sie? Der folgende Text kann zur Begrifferklärung "Recht" dienen.
Kinder haben Recht und achten die Rechte anderer.In diesem Text ist viel Information über Rechte enthalten. Frage die Kinder nun was ein "Recht" eigentlich ist und versucht gemeinsam für euch den Begriff zu klären.
Nehmt euch ein Plakat her und sammelt darauf alle Rechte, die euch einfallen, die Kinder haben sollten. Wenn ihr damit fertig seid, kann sich nacheinander ein Kind ein aufgeschriebenes Recht aussuchen und dieses pantomimisch darstellen.
Die anderen Gruppenmitglieder sollen erraten, um welches es sich handelt.
Aus: "Kinder haben Rechte" von Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg.Kleine Hand in großer Hand,
kleiner Schritt bei großem Schritt.
So gehen wir durch diese Land
gehst du ein Stückchen mit mir mit?
Und du stellst mir tausend Fragen
Fragst nach Sonne, Schnee und Wind.
Fragst, ob Träume fliegen können,
warum Schnecken glitschig sind.
Fragst, ob älterwerden weh tut.
warum ist ein Fisch so glatt?
Und ob so ein Menschenleben mehr als hundert Tage hat.
Ob die Haut beim Waschen eng wird.
Ob man Liebe sehen kann,
und ob Frösche Eier legen.
Warum gibt es Frau und Mann?
Kleine Hand in großer Hand,
kleiner Schritt bei großem Schritt.
So gehen wir durch dieses Land.
Gehst ein Stückchen mit mir mit?
wenn ich groß bin,
dann ziehe ich auch bei Tisch
die Nase hoch wie Onkel Peter,
dann zerdrücke ich die Kartoffeln zu Matsch
wie Opa Franz,
dann kleckere ich Heidelbeerkompott
auf meine weiße Bluse wie Tante Lene,
dann mache ich Kaffeflecke auf die Tischdecke
wie Tante Frieda,
dann spreche ich mit vollem Mund
wie Vetter Klaus,
dann bohre ich beim Fernsehgucken in der Nase
wie Onkel Emil,
dann ziehe ich unterm Tisch meine Schuhe aus
wie Tante Klarissa,
dann lüge ich am Telefon Tante Hilde an
wie Oma Luise.
Jetzt darf ich das alles zwar nicht,
aber wenn ich groß bin!
Er stand zufällig am Fenster, sah gedankenverloren hinaus und blickte die Straße hinunter. Plötzlich zuckte er zurück, als hätte ihn ein elektrischer Schlag getroffen. Er lief zur Küche, wo seine Frau arbeitete und rief ihr aufgeregt zu: Stell dir vor, er ist ausgerissen und kommt wieder zu uns zurück! Er ist draußen auf der Strasse und steuert direkt auf unser Haus zu. Sie fuhr herum und war erschrocken. Dann fauchte sie ihn an: Wir machen einfach nicht auf! Wir wollen ihn nicht wiederhaben. Schieb den Riegel vor die Tür. Er kann klingeln bis es nacht wird. Wir öffnen nicht. Dann muß er gehen. Ich will ihn nicht zurückhaben. Ich nicht! Er versuchte: Aber wir haben ihn doch selbst...
Sie konterte ärgerlich, gereizt und hartnäckig: Ich will ihn nicht zurückhaben! Er zuckte resigniert die Schultern hoch, ging hinaus und schob den schweren Riegel von innen vor die Eingangstür. Dann klingelte es. Sie verhilten sich ganz still. Kein Laut. Sie waren ganz einfach nicht zuhause. Dann mußte er von selbst gehen. Robert klingelte immer und immer wieder. Dann gab er auf.
Die beiden in der Wohnung wollten sicher sein und beobachteten die Strasse unten hinter vorgezogenen Gardinen. Sie hatten Robert, den Waisenjungen, schließlich nur probeweise aus dem heim angenommen. Probeweise, das hatten sie von Anfang an betont. Sie wollten sehen, wie es wäre, wenn sie ein Kind ins Haus nehmen würden. Eigene Kinder hatten sie nicht. Als sie alt wurden, spürten sie die wachsende Einsamkeit und die immer wieder auftauchende Frage, wozu man Tag für Tag gearbeitet und gespart hatte. So waren sie auf die Idee gekommen, im Waisenhaus ein Kind auszusuchen. Probeweise. Es war nur ein Versuch. So war Robert zu ihnen gekommen. Er fühlte sich schnell wohl bei ihnen. Aber er machte Arbeit. Er widersprach manchmal. Er hatte eigene, andere Ansichten. Das war nicht ausgemacht. Es gab manchmal Streit. So ein Kind im Haus machte letztlich doch mehr Arbeit, als sie beide es sich vorgestellt hatten. Außerdem kostete Robert mehr, als sie es sich im Voraus ausgerechnet hatten. Was der Bub essen konnte! Diese Mengen! Er mußte im Heim wohl gehungert haben. jedenfalls im Verhältis zu dem, was sie beide, als alte, erwachsene Leute verzehrten, aß er zuviel. Und dann hatte er seine eigenen Ansichten. Gewiss, er war zu bedauern, weil er beide Eltern und den größeren Bruderbei einem schweren Autounfall verloren hatte. Robert allein war übrig geblieben und nach der Katastrophe ins Heim gekommen. Sie hatten Robert ja auch bedauert. Aber er machte zuviel Arbeit. Er brachte zuviel Leben ins Haus, manchmal sogar Unruhe. Und so hatten sie ihn nach wenigen Wochen auf die Rückkehr ins Heim vorbereitet. Er war auch zurückgegangen. Ohne Bitten und Flehen.
Sie hatten es sich ganz einfach anders überlegt. Das war ihr gutes Recht. Der Heimleiter war ein wenig kurz angebunden, als sie Robert zurückbrachten. Aber schließlich waren sie an keine feste Zusage gebunden. Sie hatten sich von Anfang an ja die Rückgabe sozusagen vorbehalten.
So gaben sie ihn zurück, wie man eine Sache rückgängig macht. Nun war Robert offensichtlich aus dem Heim ausgerissen und zu ihnen zurückgekehrt. Das ging nicht. Nein, sie hatten es sich wirklich anders überlegt.
Nun standen sie beide hinter vorgezogenen Vorhängen und warteten, bis er das Haus verlassen würde, nachdem er lange vergeblich geklingelt hatte. Dann stand Robert auf der Straße, sah noch einmal nach oben, zum Fenster hin, so als ob er doch genau wissen würde, sie waren da, waren zu Hause. Dann ging er, müde, mit hängedem Kopf und mit seinen typischen Schlenkerbewegungen zurück. Zurück ins Heim.
Dass das nicht immer so einfach ist, zeigt die oben erzählte Lebensgeschichte. Kinder sind auch Menschen, mit denen man sich auseinandersetzen muß, mit Pflichten, aber auch mit Rechten. das muß vielen Erwachsenen erst bewusst werden.
Zum Abschluss kann jedes Kind ein Herz mit einem Dank an seine Eltern basteln.
Katholische Jungschar Südtirol - Ortsgruppe Meran/Untermais